Hier berichte ich laufend über die Leptospirose-Erkrankung meines Hundes DC und dessen Verlauf.

Samstag, 17. Oktober 2015

Tag 3 - Überlebenskampf in der Vetsuisse beginnt

Tag 1 in der Vetsuisse:

In der Vetsuisse angekommen, wurde mir DC sofort abgenommen und auf die Intensiv gebracht. Die Frau hatte es für DC gut gestaltet, sie sagte mir heller Stimme zu ihm: "Weimer ga Büseli luege? Chum, dert hinger het's Büseli" (Wollen wir Katzen gucken gehen? Komm mit, dort hinten hat es Katzen) Und er trabte munter mit der Frau um die Ecke.
Wir haben ihm seine Kuscheldecke mitgegeben.

Ich füllte derweil das Patientenblatt aus und vermerkte auf das Blatt, dass ich ihnen untersage, DC zu irgendwelchen Forschungs- und Studienzwecke bei zu ziehen und unterschrieb das.

Bald kam eine Tierärztin zu meinem Mann und mir und informierte, dass sie DC eingehend untersucht und Blut für diverse Tests genommen hatte. Später wollten sie auch noch die Lunge röntgen.Mir wurde alles genau erklärt, begründet, auf Querverbindungen hingewiesen.
Auch für die Vetsuisse erhärtete sich der Leptospiroseverdacht stark. Ferner sagte man mir, wenn es doch nicht Leptospiren sind, sei es im toxischen Bereich angesiedelt, dann würden die Überlebenschancen von DC drastisch sinken. Mit Leptospirose, sofern es nicht in die Lunge blutet, hätte er eine recht hohe Überlebenschance.

Die Blutgerinnungsstörung ist ein neues Gesicht der Leptospirose und daher so gefürchtet, weil es gegen das Lungenbluten bisher zum aktuellen Zeitpunkt keine Therapie gibt.  Man kann sie bisher nur pallitativ begleiten, abhängig von der Schwere der Atemnot. Oft bedeutet es aber die Euthanasie.

DC wurde nicht an eine Infusion  gehangen, da schon genug freie Flüssigkeit (Wassereinlagerungen) in seinem Körper waren.

Die Tierärztin fragte noch, ob es für mich ok sei, wenn sie eh schon Blut/Urin für Untersuchungen entnehmen müssten, ob sie damit auch forschen dürfen. Ja, solange DC nicht extra zu Forschungszwecken selber herhalten muss und manipuliert wird, sei das ok für mich.

Auch ging sie total gut auf meine Fragen ein. Ich konnte anbringen, dass ich auf jeden Fall sofort angerufen werde, wenn es zum worst case kommen sollte und sofern es verantwortbar  wäre, DC pallitativ zu unterstützen, bis mein Mann und ich dort seien.  Wir bräuchten 15 - 20 Minuten.



Ich erklärte der Tierärztin, dass es für mich nicht klar ging, wie mir DC abgenommen wurde und dass ich mich gern noch richtig von ihm verabschieden möchte, falls der worst case eintreffen würde.
Sie brachte ihn noch einmal zu uns, während wir auf weitere Ergebnisse warteten.
Mein Mann ging raus, um sich um Sami, die immer noch im Auto war, zu kümmern und mit ihr eine Runde laufen zu gehen.

Ich sagte zu DC, dass er kämpfen soll, dass er stark sei und dass er das packen würde. Gleichzeitig sagte ich ihm aber auch, dass ich nicht klammern will, und wenn er an den Punkt komme, an dem er nicht mehr kämpfen mag und gehen möchte, gehen soll, auch das sei vollkommen in Ordnung.  Er fragte dreimal zurück, ob ich ihm denn keine Vorwürfe machen würde, wenn er nicht mehr möge. Natürlich nicht. Und ich versicherte ihm immer wieder, dass er für mich nicht stark sein muss und dass ich ihm sicher keine Vorwürfe mache.
Die letzten Tage zu Hause ist er mir aus dem Weg gegangen und hat viel mehr die Nähe meines Mannes gesucht. Aber nach dieser trauten Zweisamkeit kam er auf mich zu, legte seinen Kopf in meinen Schoss, schmiegte sich an mich und wir schmusten lange. Wir waren im Reinen zusammen.

DC ging danach wieder mit der Tierärztin mit und wir warteten auf weitere Ergebnisse.

Die Tierärztin kam nochmal vorbei und meinte, der Leptospirose Schnelltest wäre negativ gewesen. Dies würde allerdings nichts heissen. Denn wenn früh reagiert wird, was wir ja hatten, hätte der Körper noch keine Abwehrzellen entwickelt, auf die der Test reagiert. Wir müssten also den externen Laborbefund abwarten. Wäre er positiv gewesen, hätte man direkt gezielt gegen Leptospirose behandeln können.


Sie wollte sich am späten Nachmittag noch telefonisch melden und über weitere Ergebnisse berichten. Und sie wollte, dass  der Chef der Inneren Dr. Thierry Francey sich DC auch noch anschaut.

Wir gingen nach Hause. Ohne Stritzi. Das war für mich unfassbar und unbeschreiblich schwierig.
Von jetzt an war das Handy mein ständiger Begleiter, ganz egal wohin ich ging, das Handy war stets dabei.




Später am Abend rief die Tierärztin an und meinte, das Lungenröntgen sei negativ gewesen. Bisher würde es nicht in die Lunge bluten, auch wenn DC schwer atmen würde. Auch die Zeckenkrankheit-Schnelltest waren negativ. Dies würden sie aber nicht weiter verfolgen, da dies nicht zu DCs Krankheitsbild passen würde.
Sie konnte zu dem Zeitpunkt nicht sagen, ob DCs Nierenwerte noch am gleichen Abend, in der Nacht oder am nächsten Morgen wieder überprüft werden.

Ich durfte DC am nächsten Morgen um 10 Uhr besuchen.



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