Hier berichte ich laufend über die Leptospirose-Erkrankung meines Hundes DC und dessen Verlauf.

Montag, 19. Oktober 2015

Tag 5 - Der Kampf geht weiter

Tag 3 in der Vetsuisse:

Wie mit dem Chef der Inneren vereinbart, der dringend auf die Ergebnisse wartete, rief ich am Morgen früh direkt meinen Tierarzt an und veranlasste, dass das externe Labor die Leptospirose-Testergebisse umgehend in die Vetsuisse faxt.



Bekam  endlich den langersehnten Anruf der Tierärztin,  Frau  med. vet. Grandt, die unter der Woche DC betreut und ab sofort meine Ansprechperson war.
Zur Stunde, als sie anrief, war DC an seiner zweiten Dialyse. Die Werte waren heute morgen mit 800 wieder hoch. Ihm gehe es momentan stabil, er trank wieder selber, er hätte am Vormittag "einen grossen See" gepinkelt. Er sei aber definitiv noch immer nicht über dem Berg. Aber aktuell verlaufe es so, wie man das gern sehen würde und er sei recht munter.
Essen mochte er immer noch nicht. Fragte nach, ab wann Nahrungsverweigerung in einen bedrohlichen Bereich käme. Sie meinte, so 5 - 7 Tage brauche ich mir keine Sorgen machen. Meistens würden die Hunde, wenn die Nierenwerte durch die Dialyse stabil bleiben, wieder fressen. Anfangs Dialysebehandlung würden die Werte noch stark schwanken. Und wenn er dann immer noch gar nichts fressen mag, auch von mir nicht, könne man über die Sonde nachdenken. Aber das sei zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema.
Er atmete immer noch schwer, aber er hatet nicht die typische Atmung, die ein Hund bekommt, wenn es in die Lunge blutet. Die sei immer noch clear, aber das müsse man nach wie vor im Auge behalten.
Die Leber sei nach wie vor in einem guten Zustand, aber auch das wird immer noch im Auge behalten, weil alles weiterhin noch kippen kann.
Sie informierte weiter, dass der Bericht vom Labor über den Leptospirosentest wohl nicht vor Mittwoch/Donnerstag vorliegen würde. Sie hatten selber noch einen Test in Auftrag gegeben, der dann sicher am Mittwoch vorliegt, da für sie interessant sei, zu wissen, um welchen Stamm es sich genau handelt.
Auch für sie sei Hauptverdacht Leptospirose erhärtet.
Auch sie sprach davon, wenn es doch keine Leptospirose ist, dass sie im toxischen Bereich weiter suchen müssten. Dann würden auch seine Überlebenschancen wieder deutlich sinken.


Ich konnte nun auch endlich meine grösste Panik nochmal ansprechen: wenn es zum worst case kommen sollte, dass ich umgehend egal welche Uhrzeit angerufen werde und wenn immer es noch verantwortbar ist, DC pallitativ unterstützt wird, bis wir dort sind.

Tja, und ansonsten..... durfte ich ihn um 17 Uhr besuchen gehen! *fröi fröi fröi* mein kleiner Kämpfer macht es so super. Er berührt mich immer wieder tief, mein Herzbube :-)






Besuch bei DC:

Nachdem ich immer noch das Bild von gestern im Kopf hatte, war ich recht skeptisch. Habe schon öfter festgestellt, dass Tierärzte und ich manchmal sehr unterschiedliche Auffassungen von "munter" haben ;-) Ich war gespannt, ihn zu sehen, da er ja mittlerweile seit dem letzten Besuch zwei Dialysen hinter sich hatte.

Mich hat's dann fast umgehauen, als er zu uns gebracht wurde. Er lief viel besser als gestern, hatte voll den klaren Blick, als ich ihn ansprach, wedelte er viel viel kraftvoller. Wir hatten ihm seine Decke mitgebracht, auf die legte er sich sofort und dann begann er mit dem "Braunülenbein" (sie wurde heute an das andere Bein gewechselt) mich zu patschen. Mir schossen Tränen der Berührung und auch der Freude in die Augen. Mein grosser Kämpfer :-)
Dann legte er sich auf die Seite, rückte ganz an mein Fuss ran, seufzte einmal tief und begann zu dösen/schlafen. Wir genossen die Zeit und Ruhe zusammen. Während er döste, hatte ich ihn sanft an den nicht malträtierten Stellen massiert.
Mit malträtierten Stellen meine ich: es werden alle vier Beine zu Blutentnahmen und für Braunülen beigezogen, um möglichst venenschonend umzugehen, da dies ja noch etliche Tage dauern wird. Und in der Vetsuisse rasieren sie dazu nicht gerade sparsam. Heute haben sie ihn vermutlich nochmal geschallt, denn der halbe Bauch bis seitlich hoch in der Nierengegend ist total kahl rasiert. Am Hals ist er kahlrasiert. Dort war ein dicker gepolsterter Verband angebracht, weil sich darunter der Herzkatheter für die Dialyse sowie die Sonde, die prophylaktisch mitgesteckt wird, befand.
Irgendwann kam dann jemand vorbei und meinte, ich könne auch raus vor die Klinik mit ihm, wenn ich möchte.
Ja das liessen wir uns nicht zweimal sagen. Er bekam plötzlich einen Zuganfall und setzte sich in einen flotten Trab. Kaum draussen, hat er einen riesengrossen See gepinkelt. TSCHAKKA!
Als ich dies drinnen raportiert habe (ist immer noch wichtig wegen Nierenfunktion) bekamen sie strahlende Augen und freuten sich mit mir. Ach ich sag es ja, mein Stritzi macht es einfach total toll *Daumen hoch*

Euphorisch wurde ich nicht, und zu 100 % geniessen schaffte ich auch nicht, weil eben immer noch das Damoklesschwert "es kann noch kippen" über uns hängt. Dennoch bin ich viel positiver gestimmt als gestern und freue mich vorsichtig über die deutliche Verbesserung zu gestern. Ich sagte zu Sven, das ist eigentlich ein extremer Wahnsinn,  wenn man bedenkt, dass sein Blut jetzt durch eine Maschine gelaufen ist und es ihm deswegen direkt besser geht, als am Vortag. Mir kam das irgendwie auch schräg rein.
Aber jetzt freue ich mich erstmal über den heutigen Zustand und wünsche dem Kleinen, dass er weiterhin genug Kraft hat, so zu kämpfen wie bisher. Go, Stritzi, go! Du machst das super!








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