Hier berichte ich laufend über die Leptospirose-Erkrankung meines Hundes DC und dessen Verlauf.

Freitag, 16. Oktober 2015

Tag 2 - Im TÜZ Tenniken

Im TÜZ angekommen musste ich zuerst ein Patientenblatt ausfüllen. Auch dort wog DC über 36 kg.

DC wurde von Dr. Hasler eingehend untersucht. Als er ihm am Bauch rumdrückte, erbrach DC das Hochkalorienfutter von vorher in einem kleinen Schwall.
Für Dr. Hasler erhärtete sich der Leptospirose-Verdacht.
So ging es zum Ultraschall, um zu schauen, was DCs Nieren machten.
Dr. Hasler zeigte und erklärte meinem Mann und mir alles.
Er stellte fest, dass bei DCs Nieren bereits eine Schädigung vorliegt. Er meinte, DCs Nieren würden wohl keine 100 %ige Funktionalität wiedererlangen. Er schätzte es bei 60 - 70 % ein.
Er konnte nicht festellen, ob DCs Nieren von selber noch genug Urin produzierten. Es musste geschaut werden, wieviel Flüssigkeit in DC geht, und wieviel raus kommt. Und das lies sich nicht auf die Schnelle feststellen.

Was ihm allerdings genau so grosse Sorgen bereitete, war die Blutgerinnungsstörung. Er klärte mich darüber auf, was das heisst und dass ein grosses Risiko besteht, dass es DC in die Lungen bluten kann.
Für die Nieren räumte Dr. Hasler DC mit entsprechenden Medikamenten oder Dialyse eine gute Chance ein.
Er legte mir nahe, DC direkt dort oder in der Vetsuisse Fakultät in Bern zu hospitalisieren.
DC dort lassen kam für mich überhaupt nicht in Frage. Ihn dann nach Bern verlegen wenn es ihm noch schlechter geht, stand für mich nicht zur Diskussion.

Da mir im Krankenhaus vieles beigebracht hat, um nach Hause zu können und ich selber schon mehrfach Hunde pflegte, traute ich mir zu, DC mit nach Hause zu nehmen. Als ich dies Dr. Hasler kommunizierte, lies er sich darauf ein mit der Bedingung, dass einmal am Tag ein Tierarzt mit drüber schaut und bei einer Infusion mit anwesend ist.
Er klärte dies mit meinem Tierarzt ab und meinte, am Samstag könne ich dort hin. Für den Sonntag müsste ich schauen, ob ich das alleine mache, oder ob ich nach Tenniken kommen wolle. Ich meinte, das würde ich am Samstag mit meinem Tierarzt entscheiden, auch davon abhängig, wie es DC gehen würde.

Dr. Hasler steckte DC eine Braunüle und lies eine erste Infusion laufen.
Er entnahm DC auch mittels Blasenkatheter Urin.
Er zeigte mir, wie ich alles handhaben muss. Ich sollte am Abend zu Hause eine weitere Infusion anhängen und Antibiotika in Pulverform in einer Glasflasche auflösen und mit der Infusion zusammen verabreichen. Er zeigte mir, wie ich das AB auflösen musste, ohne Überdruck in der Flasche zu erzeugen. Er zeigte mir, was ich tun kann, wenn die Braunüle verstopft sein sollte.

Mehrfach betonte er explizit, dass ich DCs Gewicht regelmässig überprüfen muss. Sollte er zunehmen, müsse ein Tierarzt unbedingt einen Ultraschall machen und nachgucken, ob es freie Flüssigkeit in seinem Körper gibt. Und dann müsse gleichzeitig auch die Flüssigkeitszufuhr gedrosselt bis gestoppt werden. Ich solle auch unbedingt auf das Verhältnis achten, was an Flüssigkeitsmenge in den Hund geht, und was raus kommt.

Und er erklärte mir genau, auf was ich achten muss wegen der Komplikation der Lungenblutung und dass mein Mann und ich DC ab jetzt immer überwachen müssen.


Mein Mann baute das Auto um. Wie sehr schätzte ich es einmal mehr, dass wir eine Gitterlösung hatten, die sich verschieden einstellen liess und keine starren Boxen. So konnte Sami, unsere Hündin bequem im einen Abteil reisen, im andern war der Rollstuhl und mein Mann ging mit DC auf den Rücksitz, um ihn unter Beobachtung zu haben.

Und wurde einmal mehr bewusst, wie Nahe Leben und Tod oft liegen. Am Mittwoch hast einen Hund, der noch fit ist und zwei Tage später musst um sein Leben bangen.

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